Übungsdienst Vegetationsbrandbekämpfung real
Erntezeit ist auch Vegetationsbrandzeit – unter diesem Motto trafen sich rund 30 Kameraden aus den Ortswehren Binder und Baddeckenstedt am Donnerstagabend. Der Kamerad Georg von Bitter hatte ein abgeerntetes Weizenfeld für eine Übung von Vegetationsbränden zur Verfügung gestellt. Ziel war es, zu verstehen, worauf man genau achten muss, nämlich wo das Feuer hinläuft, von wo aus man die Brandbekämpfungsmaßnahmen entwickelt und wie man die begrenzten Wasserreserven maximal effektiv nutzt.
Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die LACES-Taktik fuhren wir das präparierte Feld an und sichteten zunächst die auf den Fahrzeugen vorhandenen Gerätschaften. Die guten alten Feuerpatschen und Kübelspritzen wurden ebenso bereitgestellt wie Stechschaufeln und die neuen Löschrucksäcke und Gorgui-Tools. Auch D-Schlauchmaterial mit entsprechendem Verteiler wurde vorbereitet.
Nach Information der Leitstellen Wolfenbüttel, Salzgitter und Hildesheim – das Feld lag direkt am Autobahndreieck Salzgitter – zündeten wir den Acker an (die Fläche war zu allen Seiten durch eine gegrubberte Fläche begrenzt, die eine unkontrollierte Ausbreitung des Feuers verhindert hätte). Zwei mit Warnflaggen ausgerüstete Beobachtungsposten bezogen auf dem Fahrzeugdach Stellung und beobachteten das Feuer aus sicherer Entfernung. Dabei standen sie dauerhaft mit dem Einsatzleiter in Funkverbindung und wiesen ihn auf Gefahren hin. Testweise wurden die Kameraden durch das Schwenken der Fahnen zurückbeordert, um sicherzustellen, dass die Posten auch beachtet werden.
Unter Beobachtung des Gemeindebrandmeisters gingen mehrere Trupps zunächst mit Feuerpatschen und Löschrucksäcken vor und waren überrascht, wie effektiv eine Fläche von ca. 150 m² mit Patschen und 30 l Wasser abgelöscht werden konnte. Eine weitere Gruppe stellt sich der schweißtreibenden Arbeit, mit den Waldbrandtools und Schaufeln eine ca. 30-40 ca. Brandschneise anzulegen. Hier zeigte sich, dass dies bei den herrschenden Wind- und Topografieverhältnissen eine effektive Methode zur Eindämmung des Brandes war. Ein Flankenangriff mit D-Schläuchen zeigte ebenfalls den gewünschten Erfolg.
Insgesamt konnten wir feststellen, dass Flächenbrände einen hohen Personaleinsatz erfordern, da die Kräfte schnell erschöpfen und regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Nachdem die Dämmerung anbrach, beendeten wir die Übung, reinigten die Fahrzeuge und Materialien und kamen noch auf eine gegrillte Wurst und das ein oder andere Kaltgetränk am Feuerwehrhaus Binder zusammen. Insgesamt ein lehrreicher Abend, der Spaß gemacht und absolut zur Stärkung der Kameradschaft beigetragen hat.


