Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Baddeckenstedt - Ortswehr Baddeckenstedt

Für die Löschhilfe des Ortes wurde nach den Unterlagen 1877 eine Handdruckspritze gekauft. Im Juni des Jahres 1882 fand die Gründungsversammlung für die Freiwillige Feuerwehr statt. Die Initiative hierzu ging von dem Poststellenverwalter Alfred Niesmann, dem Maurermeister Franz Schade, dem Bauunternehmer August Buchholz, dem Manufakturwarenhändler Jacob Jacobsohn und C. Schreiber aus. Am 07.06.1882 wurde vom Ortsvorsteher Carl Warnecke eine Gemeindeversammlung einberufen, an der 2/3 der Gemeindemitglieder teilnahmen. Man beschloss eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Drei Tage später, am 10.06.1882, trat eine Anzahl Baddeckenstedter der Wehr bei. Niesmann wurde beauftragt, die Statuten auszuarbeiten, außerdem wurde eine Kommission gebildet, die sich über Uniform, Gerätschaft usw. Gedanken machen sollte.

Die Freiwillige Feuerwehr Baddeckenstedt im Jahr 1885

 

Wilhelm Südekum wurde am 15.06.1882 zum Feuerwehrhauptmann gewählt. 1884 wurde er in seinem Amt bestätigt und blieb bis zu seinem Tode 1902 Leiter der Wehr. Sein Nachfolger wurde Heinrich Ditze. Am 11.05.1924 wurde Wilhelm Südekum zum neuen Hauptmann gewählt. Dieser verstarb am 23.12.1935. Danach übernahm Friedrich Maibaum das Amt. 1938 erhielt die Wehr eine neue Motorspritze, einen zweirädrigen Transportwagen, 300 m B-Druckschläuche und 105 m C-Druckschläuche. Die Motorspritze hatte eine Leistung von 800 Liter pro Minute und kostete 5.000 Mark. Nach Kriegsende übernahm Carl Müller bis 1951 den Posten des Brandmeisters, ihm folgte am 20.01.1951 Wilhelm Buchterkirchen. Dieser blieb nur ein Jahr lang Brandmeister. Bereits am 11.01.1952 wählte die Generalversammlung Carl Müller noch einmal zum Brandmeister der Gemeinde. 1955 trat Georg Wittekop das Amt an. 1957 baute die Wehr das Feuerwehrhaus in Eigenregie um, damit ein neues LF 8, welches 8.750 DM kostete, Platz hatte. Am 04.04.1959 wurde Herbert Burgdorf zum Brandmeister gewählt. Zehn Jahre später, am 15.02.1969, wurde die Baddeckenstedter Jugendfeuerwehr gegründet. Am 08.01.1983 übergab Ortsbrandmeister Burgdorf sein Amt in jüngere Hände. Zunächst wurde Erich Probst gewählt, aber nicht durch die Samtgemeinde bestätigt, da es ihm als Berufsfeuerwehrmann nicht gestattet wurde, das Amt eines Ortsbrandmeisters auszuüben. Nach wenigen Monaten wurde Probst von Hermann Domin abgelöst. Dieser gab 1995 das Amt ab. Es wurde der bisherige Stellvertreter Jürgen Grajek zum Ortsbrandmeister gewählt.

Das 1977 angeschaffte LF 8 wurde 1998 durch ein LF 8/6 ersetzt. 1985 wurde die Wehr mit einem zusätzlichen Fahrzeug, einem GwZ, ausgestattet. Auch dieser wurde bereits ersetzt, da im Jahr 2004 ein neueres Modell in Dienst genommen wurde. Das bisherige Fahrzeug wurde zu einem GwG umgerüstet und von der Gefahrgutgruppe der Samtgemeinde genutzt, war aber, bis er im Oktober 2019 außer Dienst genommen wurde, weiterhin in Baddeckenstedt stationiert. Im Jahr 2004 wurde die Riege der Fahrzeuge um einen VW-Bus ergänzt, der von allen Zweigen der Feuerwehr genutzt wird. Dieser wurde Anfang 2020 durch einen neueren VW Crafter ersetzt.

Ein weiteres Projekt wurde von 1991 bis 1993 durchgeführt: Das Feuerwehrhaus auf der „Insel“ erhielt einen großen Anbau mit zwei geräumigen Fahrzeughallen, einem Schulungsraum, einer Umkleide sowie einer Werkstatt.

Nachdem Jürgen Grajek bis 2012 das Amt des Ortsbrandmeisters ausgeübt hatte, übernahm im darauffolgenden Jahr sein Stellvertreter Wilfried Rothert das Amt. Nachfolger von Wilfried Rothert wurde 2019 Thilo Müller.

Unter dessen Führung wurde am 01.09.2019 eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen.

Die Aufgaben und somit die Einsatzzahlen haben in den letzten Jahrzehnten enorm zugenommen. So wurden z. B. Im Jahr 1975 ein Wohnungsbrand und 5 Übungen gefahren. 1995, zwanzig Jahre später, waren es 38 Einsätze, die sich in 17 Verkehrsunfälle, 15 technische Hilfeleistungen und 6 Brandbekämpfungen aufteilten. Weitere 23 Jahre später, im Jahr 2018, wurde die Wehr 51 mal alarmiert. Davon waren 7 Brandeinsätze, 17 Fehlalarme von Brandmeldeanlagen, 9 Verkehrsunfälle und 18 technische Hilfeleistungen.

 

Seither gilt der Grundsatz  "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr".